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04 Februar

Rekordeinnahmen machen vieles möglich

Seine Substanz verrät der neue Haushalt der Gemeinde Niederzissen erst beim genauen Hinsehen. Denn beim ersten Blick auf den Satzungsentwurf fallen zunächst einmal Fehlbeträge von 433 000 Euro beim Ergebnishaushalt und sogar 772 000 beim Finanzhaushalt ins Auge. Doch dann kommt´s:

Aufgrund des hervorragend verlaufenen Haushaltsjahres 2018 verfügt die Gemeinde über 1,37 Millionen Euro an liquiden Mitteln. Damit können nicht nur die beiden Deckungslücken gestopft, sondern auch noch Investitionen von mehr als 1 Million Euro getätigt und ein letzter Kredit in Höhe von 139 000 Euro getilgt werden. Und selbst danach bleiben noch Reserven.

Unter diesen Vorzeichen verzichtete der Gemeinderat gerne auf eine längere Diskussion und brachte das Zahlenwerk einstimmig auf den Weg. Lediglich Ortsbürgermeister Rolf Hans, die drei Fraktionssprecher Stefan Schiele (CDU), Thomas Felden (Wählergruppe Doll), Christoph Schmitt (SPD) und zum Abschluss VG-Bürgermeister Johannes Bell kommentierten den Haushaltsentwurf und waren sich in dessen positiver Bewertung völlig einig. Besonders hervorgehoben wurden die umfangreichen Investitionen aus der jüngeren Vergangenheit, die allesamt ohne Kreditaufnahme realisiert werden konnten: der Straßenausbau „Im Joch“ und der Waldorfer Straße, neuer Bauhof, Mehrgenerationenplatz, Hochwasserschutz Seifental, Grundstückskäufe für Neubaugebiete, Umrüstung auf LED-Beleuchtung, Breitbandausbau und noch eine ganze Liste kleinerer Maßnahmen. Einig waren sich die drei Fraktionssprecher aber auch in einem anderen Punkt: Sie dankten unisono Bürgermeister Bell und VG-Finanzchef Karl-Heinz Arzdorf für die ausgezeichnete Zusammenarbeit.

altes Salzlager

Wie sieht es mit den für das laufende Jahr geplanten Investitionen aus? Auch die funktionieren ohne neue Darlehen. Die wichtigsten davon: Grundstückskäufe für die neuen Baugebiete (350 000 Euro), Bau eines Lagerraums am neuen Bauhof (70 000 Euro), Ausbau eines Wirtschaftsweges an der A 61 (70 000 Euro), Abriss des alten Bauhofes und Planung eines Neubaus (55 000 Euro), Abriss des alten Salzlagers an der Brohltalstraße (30 000 Euro), Anschaffung neuer Geräte für Spielplätze (25 000 Euro) und die Einrichtung eines Jugendplatzes am Sauerbrunnen (25 000 Euro).

Das letztgenannte Projekt hob Bürgermeister Bell besonders hervor. „Den Platz für Jugendliche finde ich spannend, weil Niederzissen einer der ersten Orte in der Verbandsgemeinde ist, der eine eigene Anlage für diese Altersgruppe schafft. Ich hoffe, dass der Versuch erfolgreich ist und dass Ortsbürgermeister Hans positive Erfahrungen an seine Kollegen in den anderen Ortsgemeinden weitergeben kann.“

An Einnahmen erwartet Niederzissen im laufenden Jahr 4,4 Millionen Euro, davon 1,37 Millionen Euro (Vorjahresansatz 1,07 Millionen Euro) an Gewerbesteuer und weitere 916 000 Euro (533 000 Euro) aus dem Gewerbegebiet Brohltal-Ost. Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer beläuft sich auf 1,32 Millionen Euro nach 1,27 Millionen Euro im Vorjahr. Die Schlüsselzuweisungen reduzieren sich wegen der gestiegenen Finanzkraft von 156 000 Euro auf nunmehr 143 000 Euro.

Abführen muss die Gemeinde eine Umlagezahlung in Höhe von 1,43 Millionen Euro an die Verbandsgemeinde - trotz des um zwei Punkte auf 30,5 Prozent gesenkten Satzes also 240 000 Euro mehr als im Vorjahr. Auch die Kreisumlage steigt von 1,6 Millionen Euro auf über 2 Millionen Euro an, obwohl auch der Kreis seinen Satz um einen Prozentpunkt reduziert hatte. Die Umlagezahlung an den Zweckverband Brohltal-Ost sinkt hingegen von 65 000 Euro auf 55 000 Euro.

Bild: Für den Abriss des alten Salzlagers am Bahnhof sind im Haushaltsplan 30 000 Euro vorgesehen. Schon in diesem Monat soll der Bagger anrollen. Es entsteht ein freies Grundstück in durchaus interessanter Lage.

Foto: ©Hans-Willi Kempenich
Text: ©Hans-Willi Kempenich

Zuletzt aktualisiert: Montag, 04. Februar 2019 12:06