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22 Mai

Noch keine Entscheidung über Salzlagerung

Salzsilo oder Salzlager? Wie soll ein mögliches Lagergebäude aussehen, welche Maße soll es haben? Wohl noch nie hat sich der Niederzissener Gemeinderat mit einer Entscheidung so schwergetan wie mit dem Beschluss über eine Lagervorrichtung für das Streusalz. Schon elfmal haben sich Rat und Bauausschuss in den vergangenen beiden Jahren mit der Angelegenheit befasst.

waldorfer strasseJetzt stand sie zum zwölften Mal auf der Tagesordnung – und erneut wurde der Beschluss vertagt.

Rückblende: Die Pläne für den neuen Bauhof, der inzwischen längst in Betrieb ist, sahen ein Salzsilo vor. Dann aber gab es nach Erkundigungen bei anderen Kommunen und bei Straßendiensten Bedenken: Im Silo verklumpe das Streugut häufig, hieß es. Die SPD-Fraktion im Gemeinderat hält jedoch bis heute an der ursprünglich vorgesehenen Technik fest. Denn beim Besuch einer Fachfirma habe man erfahren, dass geeignetes Streusalz im Silo nicht verklumpe. „Für uns ist das Streusalzsilo nicht nur günstiger, sondern es ermöglicht auch ein zügiges, sauberes Befüllen der Fahrzeuge. Zudem ist es für die Bauhofmitarbeiter Kräfte schonend“, sagte Ratsmitglied Ute Durwish.

Die beiden anderen Fraktionen favorisieren hingegen ein Lagergebäude, in dem das Streusalz aufbewahrt und per Gabelstapler verladen werden kann. Die Wählergruppe Doll schlug jetzt den Bau einer dreiseitig geschlossenen Systemhalle mit einer Grundfläche von 100 Quadratmetern vor, die zur Hälfte für die Salzlagerung als Sackware oder in Big Bags genutzt werden könnte. Der andere Teil soll dem Unterbringen von weiteren Gegenständen, beispielweise den Holzhütten vom Nikolausmarkt, dienen. Die Kosten belaufen sich auf knapp 32 000 Euro.

Mit dieser Lösung könne er sich anfreunden, „allerdings mit ein paar Änderungen“, sagte CDU-Sprecher Stefan Schiele. Für eine Halle mit einer Grundfläche von 15 mal 10 Metern plädierte Beigeordneter Jürgen Schneider (CDU). Dafür lag allerdings keine Kostenkalkulation vor. Überhaupt vermisste die SPD weitere Zahlen, um die Kosten der verschiedenen Ausführungsvarianten vergleichen zu können. Bedenken gab es auch gegen die Bauweise einer Systemhalle, weil die Blechteile beim Rangieren von Fahrzeugen leicht zerbeult werden könnten.

„Wir können doch heute schon wieder nicht entscheiden“, meinte schließlich SPD-Sprecher Christoph Schmitt. Das Ganze sei nicht glücklich gelaufen, bilanzierte auch Ortsbürgermeister Rolf Hans den Entscheidungsprozess und beantragte die Vertagung der Angelegenheit, die dann auch gegen vier Nein-Stimmen beschlossen wurde. Also wird das Thema bei der nächsten Sitzung am 18. Juni wohl erneut auf der Tagesordnung stehen.

Einstimmig wurde die Aufstellung des Bebauungsplans „Bausenberg III“ beschlossen. Die Kosten in Höhe von 30 000 Euro für die Planunterlagen und ein Schallschutzgutachten gehen zulasten der Ortsgemeinde und werden später über den Kaufpreis verrechnet. Das neue Baugebiet entsteht zwischen Bausenberg und Bächelsberg. Die Wählergruppe Doll zog ihren Antrag zurück, im Bereich des neuen Friedhofs Parkflächen anzulegen, nachdem bekannt wurde, dass ein Grundstücksvertrag dem Vorhaben entgegensteht.

Im April hatte ein irrtümlich in die Untere Mühlegasse eingefahrener ungarischer Lkw die Brohlbachbrücke erheblich beschädigt. Der Schaden belaufe sich auf 12 000 Euro, teilte der Ortsbürgermeister mit. Der Ausbau der Waldorfer Straße geht weiterhin gut voran. In dieser Woche wird die Unterschicht im ersten Ausbauabschnitt geteert, dann beginnen die Arbeiten im oberen Bereich. Gute Nachrichten hatte der Ortsbürgermeister für die Anlieger des Neubaugebietes „Im Joch“, wo der Straßenausbau kürzlich abgeschlossen wurde: „Die Kostenabrechnung ist äußerst positiv“, sagte der Gemeindechef. Grund seien die Grünflächenarbeiten, für die der Aufwand unter der Kalkulation blieb. Und: Der neue Mitarbeiter des Bauhofs wird am 1. Juli seine Tätigkeit bei der Ortsgemeinde aufnehmen..

Bild: Die Ausbauarbeiten in der Waldorfer Straße verlaufen bisher planmäßig. In der kommenden Woche wird im unteren Bereich die Tragschicht geteert. Gleich danach beginnen die Arbeiten im oberen Bereich.

Foto: ©Hans-Willi Kempenich
Text: ©Hans-Willi Kempenich

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, 22. Mai 2018 09:37