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27 März

Kleine Wurzelteller, Steine im Erdreich - Wie Niederzissen auch mit klimabedingten Problemen in der Forstwirtschaft umgeht

Mit seinen nur rund 5,5 Hektar Gemeindeforst zählt Niederzissen nicht gerade zu den großen Waldbesitzern in Kreis Ahrweiler. Doch mit den üblichen, klimabedingten Problemen der Forstwirtschaft muss sich auch eine Kommune mit relativ wenig Gemeindewald auseinandersetzen. Ortsbürgermeister Rolf Hans und Bolko Haase, der Leiter des Forstamtes Ahrweiler, schauten sich jetzt das gemeindeeigene Waldgebiet am Osthang des Bausenbergs an, wo in den letzten Jahren zahlreiche Bäume umgestürzt sind.

Natürlich hat kürzlich auch Orkan „Sabine“ seine Spuren am Bausenberg hinterlassen, doch die stürmische Dame ist nur ein Grund für das viele Fallholz. „Die Bäume hier haben allesamt einen relativ kleinen Wurzelteller. Das liegt daran, dass die Wurzeln im Allgemeinen nicht über das Kronenmaß hinausgehen. Und diese hoch aufgeschossenen Bäume hier haben allesamt nur kleine Kronen entwickelt und demzufolge auch nur wenig Wurzeln“, sagte Haase beim ersten Blick auf die umgestürzten Eichen und Buchen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Erde am Bausenberg mit kleinen und größeren Lavasteinen durchsetzt ist, die verhindern, dass die Wurzeln einen besseren Halt im Waldboden finden können. Das alles wird noch verstärkt durch die Trockenheit der letzten Jahre. Und obendrein sind die Wipfel sämtlicher Bäume der Sonne entgegen nach Osten gerichtet und damit talwärts. „Folglich hat der Wind relativ leichtes Spiel, diese Bäume mit ihren verschobenen Schwerpunkten zu Fall zu bringen“, lautet das Fazit des Forstamtsleiters.

Von Wiederaufforstungsmaßnahmen in diesem Bereich riet er übrigens ab. Vielmehr sei davon auszugehen, dass die Natur das selbst regele. Und wenn der steile Hang völlig unberührt bleibe, bestehe vielleicht die Möglichkeit, das Gebiet als Ausgleichsmaßnahme für künftige kommunale Baumaßnahmen und die damit verbundenen Eingriffe in die Natur einzusetzen.

Nichtsdestotrotz müssen aber zumindest die Wanderwege am Bausenberg freigeräumt werden. Eine alles andere als leichte Arbeit in dem steilen Gelände, das zudem nicht mit Fahrzeugen zu erreichen ist. Doch Ortsbürgermeister Hans hat einen Privatunternehmer gefunden, der den Auftrag übernommen hat – zu Bedingungen, die beiden Seiten entgegenkommen. „Ich habe mich mit ihm so geeinigt, dass er den Abtransport für uns kostenfrei erledigt, dafür aber das Holz vermarkten kann“, erklärt der Ortsbürgermeister.

Bild: Ortsbürgermeister Rolf Hans und Bolko Haase, der Leiter des Forstamtes Ahrweiler, schauten sich jetzt das gemeindeeigene Waldgebiet am Osthang des Bausenbergs an.

Text:  ©Hans-Willi Kempenich nach Informationen des Ortsbürgermeisters

Zuletzt aktualisiert: Freitag, 27. März 2020 20:14