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18 Dezember

Bürgerverein Rodder baut Lager selbst

Der Niederzissener Gemeinderat gab grünes Licht für die Baupläne des Bürgervereins (BV) Rodder, der an der Alten Schule einen Lagerraum errichten möchte, der bei Veranstaltungen auch als Verkaufsstand genutzt werden kann. Doch anders als ursprünglich geplant, wird nicht die Ortsgemeinde, sondern der BV Bauherr des Projektes sein.

Bauhof NiederzissenDie Kommune unterstützt die Maßnahme aber mit einem Zuschuss von maximal 30 000 Euro.

Zum beiderseitigen Umdenken war es gekommen, als vor einigen Monaten die Kosten für ein erstes Baumodell bekannt wurden: Mit fast 90 000 Euro sollte das 6,5 mal 4,5 Meter große Holzhaus in schlüsselfertiger Ausführung zu Buche schlagen. Undenkbar, waren sich damals Verein und Ortsgemeinde einig. Jetzt wird der BV, der einige versierte Handwerker in seinen Reihen weiß, das Projekt in Eigenleistung schultern. Die Besitzverhältnisse werden anschließend in einem Pachtvertrag geregelt. „Die Kreisverwaltung hat signalisiert, dass sie keine Einwände gegen diese Pläne hat“, teilte Ortsbürgermeister Rolf Hans mit. Also bestehe für den BV über die Vereinsförderung auch die Möglichkeit, eine Zuwendung von bis zu 4000 Euro zu bekommen.

Die Entscheidung über ein anderes Bauvorhaben wurde hingegen nach einem einstimmigen Ratsvotum zunächst auf Eis gelegt. Am neuen Bauhof soll nämlich nach einem schon einige Monate zurückliegenden Beschluss ein Lagerraum für Streusalz entstehen. Doch Zweifel an der benötigten Gebäudegröße konnten seither nicht ausgeräumt werden. Dies vor allem, weil man keinerlei Erfahrung im Hinblick auf den Platzbedarf bei der Beladung der Streufahrzeuge mit einem Gabelstapler hat. Ein solches Gerät hat die Gemeinde jetzt für drei Monate angemietet. „Wir sollten den Winter abwarten und die dabei gemachten Erfahrungen in unsere Entscheidung über die Gebäudegröße einfließen lassen“, empfahl Beigeordneter Jürgen Schneider, der das Projekt für die Gemeindespitze begleitet.

Einigkeit besteht im Rat auch über zusätzlichen Personalbedarf bei der Instandhaltung von Gemeindeflächen und auch -gebäuden. Anlass der Debatte war der zuletzt erheblich gestiegene Aufwand bei der Pflege des Friedhofs, was Fachleute auf eine geänderte Vegetation zurückführen. Ortsbürgermeister Hans regte die Anstellung eines geringfügig Beschäftigten an. SPD-Fraktionssprecher Christoph Schmitt riet hingegen zu einem anderen Ansatz: „Wir sollten uns grundsätzlich fragen, ob die derzeitige Personalstärke im Bauhof ausreicht.“ Denn eines steht fest: Auch ohne das Problem auf dem Friedhof ist das Arbeitsfeld der Bauhofmitarbeiter in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Erinnert wurde in diesem Zusammenhang an den neuen Mehrgenerationenplatz und die zahlreichen Pflanzbeete in den Gemeindestraßen. Jetzt will der Rat prüfen lassen, ob die Einstellung eines vierten Mitarbeiters für den Bauhof möglich und sinnvoll ist.

Weitere Ratsentscheidungen: Der Jahresabschluss 2016 wurde unter dem Vorsitz von Ratsmitglied Thomas Berzen und nach einem detaillierten Prüfbericht von Ute Durwish einstimmig befürwortet. Ergebnis- und Finanzrechnung schließen mit Fehlbeträgen von 124 000 Euro und 121 000 Euro. Die liquiden Mittel beliefen sich zum Jahresende auf 328 000 Euro, der Schuldenstand betrug 161 000 Euro. Die Zesse Jecke erhalten für den Rosenmontagszug einen Zuschuss von 1000 Euro. Der von einem Firmeninhaber beantragten Erweiterung des Bebauungsplanes im Industriegebiet Scheid um 3950 Quadratmeter gab der Rat ebenfalls seine Zustimmung. Die Kosten für Bauleitplanung und Ausgleichsmaßnahmen übernimmt der Antragsteller. Bei der Bündelausschreibung für den kommunalen Strombedarf votierten die Mandatsträger einstimmig für 100-prozentigen Ökostrom ohne Neuanlagenquote. Dagmar Schmitz übernimmt in der Wählergruppe Doll das Mandat von Ute Seiwert, die auf eigenen Wunsch aus dem Rat ausgeschieden ist. Gleiches gilt für den Rechnungsprüfungsausschuss. Neuer Fraktionssprecher der Wählergruppe ist Thomas Felden.

Bild: Die Fläche für das Salzlager am neuen Bauhof ist schon ausgebaggert und kenntlich gemacht. Noch aber hat der Gemeinderat die Gebäudegröße nicht festgelegt.

Foto: ©Hans-Willi Kempenich
Text: ©Hans-Willi Kempenich

Zuletzt aktualisiert: Montag, 18. Dezember 2017 19:01