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4 Dezember

Ausbau der Straßen im Neubaugebiet "Joch" geht auf die Zielgerade

Der Ausbau der vier Straßen im Neubaugebiet Joch biegt allmählich auf die Zielgerade ein. Die Pflasterarbeiten in der Friedhofstraße und im Ahornweg sind abgeschlossen, jetzt steht noch der Asphaltausbau in den Straßen Im Joch und Espelsweg an.

Doch bevor die Teermaschine anrollen kann, musste der Gemeinderat jetzt eine Entscheidung über die Ausbauvariante treffen, weil die ausführende Firma Bedenken gegen die geplante Vorgehensweise angemeldet hatte.

Dazu muss man wissen, dass die bestehende Baustraße im Joch bereits 2005 angelegt wurde. Geplant war damals, auf die 10 Zentimeter starke Asphalttragschicht beim Endausbau eine 4 Zentimeter messende Deckschicht aufzubringen. Doch dagegen richten sich die Bedenken der Firma HTI aus Daun und ihres Zulieferers, den Rheinischen Provinzial-Basalt- und Lavawerken. Während der Asphalthersteller in erster Linie die Eignung der für die Straßenoberfläche vorgesehenen Mischung anzweifelt, meldet HTI mögliche Einbauprobleme an. Im Besonderen bestehen Bedenken wegen der Oberflächenqualität um die in der Fahrbahn bestehenden Einbauten, weil hier das Mischgut per Hand eingebracht werden muss.

Hinzu kommt, dass die bestehende Asphalttragschicht aufgrund der baubedingten Verkehrsbelastung und der Vielzahl von zwischenzeitlichen Aufbrüchen durch verschiedene Versorger einen deutlichen Qualitätsverlust erlitten hat. Der zeigt sich in vermehrten Rissen und Randabbrüchen. Reiner Gasper vom Ingenieurbüro Becker erläuterte verschiedene Ausbauvarianten und erklärte deren Vorzüge und Nachteile. Der Rat entschied sich nach eingehender Diskussion für die ursprüngliche Planung, allerdings mit einer 7 Zentimeter starken Deckschicht der Körnung 0/16 Millimeter.

Diesen Vorschlag hatte das Laboratorium für Straßen- und Betonbau in Trier gemacht, das die bestehende Tragschicht zuvor auf Verschleißerscheinungen untersucht hatte. „Recherchen beim Landesbetrieb Mobilität haben ergeben, dass hier schon Erfahrungen mit dieser Variante im klassifizierten Straßenbau vorliegen. In Abstimmung mit anderen Behörden haben wir diese wirtschaftlich zu vertretende Ausführung daraufhin ausgeschrieben“, teilte Gasper mit.

Die Kosten belaufen sich auf geschätzte 102 000 Euro und liegen damit rund 25 000 Euro unter den beiden Alternativvarianten, die einen zweischichtigen Aufbau vorsahen. Auf der anderen Seite gilt wegen der nur einschichtigen Oberdecke eine geringere Gewährleistungszeit von lediglich zwei Jahren, die sich bei den anderen Möglichkeiten auf drei bzw. vier Jahre belaufen hätte. Außerdem werden frühere Verschleißerscheinungen für möglich gehalten, da der Aufbau auf der schon elf Jahre alten Tragschicht erfolgt, deren Liegezeit auch schon einem Drittel der üblichen Abschreibungszeit entspricht.

Auch in der Einwohnerfragestunde kam der Straßenbau im Joch mehrfach zur Sprache. Ortsbürgermeister Rolf Hans teilte mit, dass die Gemeinde 3600 Euro an Mehrkosten für die Kabelverlegung tragen wird, den Rest übernehmen die Versorger. Auch die Zusatzkosten in Höhe von rund 11 400 Euro für den Ein- und Rückbau der Baumscheiben im Ahornweg gehen zu Lasten der Ortsgemeinde. Bis die ersten Rechnungen bei den Anwohnern im Briefkasten liegen, wird noch ein wenig Zeit vergehen. Erst im Februar oder März werden sie nach Einschätzung von Reiner Gasper zahlungspflichtig.

Text: ©Hans-Willi Kempenich

Zuletzt aktualisiert: Montag, 04. Dezember 2017 18:01